Gemeindeleben

Liichte goen - an Lichtmess mit Lampions von Haus zu Haus ziehen

Veröffentlicht am 28 Januar 2026
Nidderaanwen LED Wall

Der 2. Februar, im Luxemburg als Liichtmëssdag bekannt, zählt zu den ältesten Traditionen des Landes. Seit vielen Generationen ziehen Kinder mit ihren handgefertigten Laternen, den sogenannten Liichtebengelcher, durch die Dörfer und singen traditionelle Lieder. Früher trugen sie Kerzen an Holzstäben, die jedoch aus Sicherheitsgründen durch bunte Laternen mit kleinen Lichtern ersetzt wurden.

Die Kinder sind meist in kleinen Gruppen unterwegs und singen „Léiwer Herrgottsblieschen“, ein Lied, das bereits 1884 vom luxemburgischen Autor Dicks dokumentiert wurde. Der „Herrgottsblieschen“ bezieht sich auf den heiligen Blasius, dessen Gedenktag am 3. Februar gefeiert wird. Als Belohnung erhalten die Kinder Süßigkeiten oder kleine Geldbeträge, die später gerecht unter ihnen aufgeteilt werden.

In vielen Dörfern bereiten die Einwohner süße Kleinigkeiten oder warme Getränke vor, um die Kinder herzlich zu empfangen. Für ältere Menschen ist dieser Brauch ein wertvolles Stück Kindheitserinnerung, das sie gerne weiterleben sehen.

Seit dem 17. Oktober 2025 gehört das „Liichte goen“ offiziell zum Nationalen Inventar des immateriellen Kulturerbes Luxemburgs.

Wir laden Sie herzlich ein, den Kindern die Tür zu öffnen und gemeinsam mit ihnen dazu beizutragen, diese schöne Tradition lebendig zu halten.

Léiwer Härgottsblieschen,
Gitt ons Speck an Ierbessen.
Ee Pond, zwee Pond,
Dat anert Joer da gitt der gesond,
Da gitt der gesond.
Loosst déi jonk Leit liewen,
An déi al Leit derniewent.
Kommt der net bal,
D’Féiss ginn ons kal.
Kommt der net gläich,
Da gi mer op d'Schläich.
Kommt der net geschwënn,
D’Féiss ginn ons dënn.
Kommt der net gewëss,
Da kritt der e Schouss voll Nëss.

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